Diese Ausstellung versammelt Arbeiten, die den Körper als Ort von Identität, Zuschreibung und innerer Verhandlung zeigen.
Zwischen Sichtbarkeit und Rückzug entstehen Zustände, die nicht eindeutig sind. Die Werke folgen keiner linearen Erzählung, sondern zeigen unterschiedliche Perspektiven auf denselben Kern: den Körper als Prozess.
Die Ausstellung ist als offener Rundgang angelegt. Die Reihenfolge der Werke ist nicht zwingend — sie ergibt sich aus den Räumen und dem eigenen Blick. Jedes Bild steht für sich.
Diese Website begleitet den Besuch mit Werkabbildungen, kurzen Texten und Basisinformationen. Sie ersetzt nicht die eigene Wahrnehmung, sondern unterstützt sie.
Kunst entsteht im Blick. Nicht in der Reihenfolge.
2022 - Acryl auf Leinwand - 30 x 40 cm
Ich arbeite mit dem Körper als Ausgangspunkt. Nicht als Abbild, sondern als Ort, an dem sich Erfahrung einschreibt.
Die Arbeiten stellen keine Antworten bereit. Sie öffnen einen Raum, in dem sich Haltung erst im Blick formt.
Raum 1
Raum 2
Raum 3
Raum 4

Fast erreicht. Ein goldener Punkt — das Ziel. Die Anstrengung dahinter bleibt unsichtbar, ihre Herkunft offen. Ob dieses Ziel je das eigene war, fragt das Bild nicht. Es zeigt nur die Nähe.

Der Titel behauptet Präsenz. Das Bild zeigt Zurückhaltung. Der Körper tritt hervor, aber die Oberfläche bleibt fragil. Sichtbar sein bedeutet hier nicht Kontrolle — sondern das Risiko, gelesen zu werden, bevor man sich selbst definiert hat.

Ein nackter Oberkörper, voll im Bild — und trotzdem abwesend. Der Blick geht nach innen, die Präsenz verweigert den Kontakt. Exposed fragt, was es bedeutet, gesehen zu werden, ohne es gewollt zu haben.

Farben, Linien, Schichten überziehen das Gesicht. Das Porträt wirkt präsent und instabil zugleich. Identität erscheint nicht als Gewissheit, sondern als Reibung — zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was darunter verhandelt wird.

Zwei Körper behaupten sich gegen Widerstände. Die Nähe zwischen ihnen ist keine Selbstverständlichkeit — sie ist eine Entscheidung. Ein Moment von Kraft, der gleichzeitig Verletzlichkeit offenlegt.

Abgewandt - aber nicht allein. Die Figur trägt im Rücken, was sie nicht ausspricht: einen Körper, der nicht da ist. Offene Flanke zeigt Begehren als Zustand, nicht als Handlung. Was fehlt, ist bereits im Bild.

Der Körper zieht sich in sich zurück. Die Geste wirkt kontrolliert und zugleich fragil. Zweifel erscheint nicht als Störung, sondern als Haltung — das Innehalten, bevor eine Antwort entsteht. Denken wird sichtbar als körperlicher Zustand.

Der Körper hat aufgehört. Nicht als Entscheidung — als Zustand. Die Arme hängen, die Augen gesenkt. Hier beginnt Kapitel II: nicht mit Zusammenbruch, sondern mit dem Moment davor. Rückzug als erster stiller Atemzug.

Eine Figur zwischen Orten und Zuschreibungen. Der Körper erscheint suchend, offen, noch nicht gefestigt. Identität zeigt sich als Zwischenzustand.

Das Motiv kehrt zurück — verändert durch Zeit. Eine zweite Silhouette im Hintergrund, wie eine Erinnerung oder ein früheres Selbst. Der Körper wirkt geerdeter, aber nicht abgeschlossen. Identität zeigt sich als Fortsetzung, nicht als Ergebnis.

Der Körper entzieht sich aktiv dem Blick. Sichtbarkeit wird abgewehrt. Ein Moment der Selbstabschirmung.
Der Körper entzieht sich nicht einfach — er organisiert Abstand. Die Haltung ist gekrümmt, aber nicht schwach. Arm und Objekt bilden eine Barriere, die den Blick umlenkt und zurückweist. Sichtbarkeit wird hier nicht verloren, sondern aktiv unterbrochen. Gegen den Blick beschreibt den Moment, in dem der Körper die Beziehung zur Außenwelt reguliert — nicht als Flucht, sondern als Entscheidung.

Der Körper verbirgt sich im Stoff und bleibt zugleich exponiert. Kleidung wird zur kurzfristigen Hülle gegen den Blick. Schutz erscheint hier als Geste der Abwehr, nicht als Sicherheit.

Der Körper reagiert auf sich selbst. Die Geste ist intensiv, fast überfordernd. Erkenntnis erscheint nicht als Lösung.

Ein Körper steht. Um ihn herum: alles gleichzeitig, Gruppen, Paare, Einzelne, Gesten ohne Absender. Der liegende Körper im Vordergrund bildet den Gegenpol: Schwere gegen Präsenz, Endlichkeit gegen Behauptung. I am forever ist keine Aussage über Unsterblichkeit. Es ist der Versuch, sich gegen das Vergehen zu stellen, laut, kollektiv und trotzdem allein. Das Bild steht nicht am Anfang und nicht am Ende. Es steht dazwischen, als Erinnerung daran, dass Körper nie allein verhandelt werden. Immer ist da das Kollektiv: als Folie, als Druck, als Spiegel, den man nicht entkommt.

Zwei Körper. Kein Abstand mehr, keine Berührung noch. Freie Valenz — die Bindungsstelle, die offen bleibt. Das Wasser hält nichts fest. Nähe ist hier kein Angebot. Sie ist eine Kapazität, die keiner von beiden einlöst.

Zwei Körper, kurz vor dem Aufprall. Kritische Masse ist der Moment, in dem Nähe zur Reaktion wird — unkontrollierbar, unumkehrbar. Die Farbe übernimmt, was Sprache nicht schafft. Keine Zärtlichkeit. Keine Distanz mehr. Nur noch das Feld zwischen ihnen.

Die Umarmung wirkt ruhig — die Atmosphäre bleibt kühl. Nähe als Halt und Unsicherheit zugleich. Das Bild lässt offen, ob dieser Kontakt schützt oder begrenzt, ob er Verbindung bedeutet oder Abhängigkeit.
Die Figur wendet sich ab — aber nicht vom Anderen weg. Sie wendet sich ihm zu, obwohl er nicht da ist. An der Wand hinter ihr: ein Umriss, eine Kontur ohne Körper, ein Gegenüber das nur als Spur existiert. Nähe, die nicht stattfindet, aber auch nicht aufhört. Traum zeigt keinen Schlaf und keine Sehnsucht im sentimentalen Sinn. Es zeigt den Moment, in dem Verbindung zur inneren Konstruktion wird — weil der Andere fehlt, weil er erinnert, projiziert oder ersehnt wird.
Der Körper ist präsent, intensiv orange, fast schmerzhaft konkret. Das Bild dahinter ist das Gegenteil: unfassbar, flüchtig, schon halb verschwunden. Zwischen beiden: der Abstand, der Intimität definiert.

Oben ein Körper mit Flügeln — verwundet, das Rot läuft herab. Unten ein kniender, der greift. Nicht um zu besitzen. Nicht um zu retten. Um zu halten, solange es geht. Die Sneakers brechen den Mythos auf: das ist kein Ikarus, das ist jetzt. Halt beschreibt den Moment, in dem Nähe in Bewegung kippt — in dem aus Verbindung Transformation wird, ohne dass jemand gefragt hat, ob er bereit ist.

Der Körper hat den Kontakt zum Boden verloren — nicht dramatisch, sondern still. Die vertraute Ordnung gerät ins Wanken, ohne dass klar wäre, was folgt. Bodenlos beschreibt den Moment, in dem Sicherheit aufhört und neue Orientierung noch nicht begonnen hat.

Der Körper bewegt sich aus der Dunkelheit — ohne klare Richtung. Die Figur löst sich auf im Farbrauschen, zwischen Erscheinen und Verschwinden. Into the Light ist kein Versprechen. Es ist ein Zustand.

Der Körper im Übergang. Die Entscheidung ist gefallen — Kontrolle ist es nicht mehr. Der Sprung beschreibt den Moment, in dem Handeln beginnt und Absicherung endet. Was folgt, bleibt offen.

Geschlossene Augen. Stille Oberfläche. Der Körper wirkt leicht — aber nicht frei von dem, was noch kommt. Ein Zustand zwischen Offenheit und Ungewissheit, bevor die Fragen beginnen.

Der Körper tut nichts. Das ist keine Aussage — es ist ein Zustand. Keine Geste, keine Richtung, kein Ziel. Die Figur steht, leicht aus der Mitte gerückt, als wäre sie nicht angekommen, sondern einfach zum Stehen gekommen. Der Blick geht vorbei — nicht weg, nicht zu. Irgendwo, wo keine Erwartung wartet.
Still ist das letzte Bild der Ausstellung, aber kein Abschluss. Es löst nichts auf. Es beantwortet nichts. Es hält den Moment, in dem Bewegung aufgehört hat und neues Handeln noch nicht begonnen hat — und fragt nicht, ob das Erschöpfung ist oder Ruhe. Vielleicht ist das dieselbe Frage.